Vorankündigung 4. Fachforum

Betrifft:  Behinderte Gesundheit?
Geschlechtsbezogene Perspektiven auf die Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen

Veranstalter: Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW
Montag, 9. Dezember 2019 I 9:30 bis 16:00 Uhr Haus der Ärzteschaft Düsseldorf

Im Jahr 2017 lebten in Nordrhein-Westfalen rund 3,26 Mio. Menschen mit Behinderungen/ Beeinträchtigungen, die Dunkelziffer wird noch weitaus höher geschätzt. In der UN-BRK, deren Umsetzung auch in Deutschland verpflichtend ist, wurde das „Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit aufgrund von Behinderung“ und auch der „Zugang zu geschlechtsspezifischen Gesundheitsdiensten“ verankert.

Stoffwechselerkrankungen, psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Multimorbidität treten bei Menschen mit Behinderungen/Beeinträchtigungen häufiger auf als in der Durchschnitts-bevölkerung. Dennoch bleibt das gesundheitliche Versorgungsangebot gerade für diese Patient_innengruppe lückenhaft.  Menschen mit Behinderungen/Beeinträchtigungen erleben zudem Diskriminierung und Gewalt in höherem Ausmaß als Menschen ohne Behinderungen, auch innerhalb von Versorgungseinrichtungen. Insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, Menschen mit Lernbeeinträchtigungen oder psychischen Behinderungen sowie Menschen mit Sinnesbehinderungen sind medizinische Versorgungsangebote, Schutzmöglichkeiten bei Gewalterleben und therapeutische Angebote nur schwer verfügbar. Dabei bestehen neben baulichen auch strukturelle, soziale, psychologische und kommunikative Barrieren. Dies führt zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität.

„Menschen mit Behinderung haben kein Geschlecht und keine Sexualität“ – Dies ist ein gesellschaftlich weit verbreitetes Stereotyp. Menschen mit Behinderungen werden häufig als geschlechtsneutral wahrgenommen, gleichzeitig wird ihnen ein selbstbestimmtes Sexualleben abgesprochen. Auch in Medizin und Psychotherapie sind geschlechtsspezifische Forschungs- und Versorgungsansätze für Menschen mit Behinderungen selten, das gleiche gilt für Beratungsstellen im Bereich von Sexualität und Schwangerschaft.

Das Fachforum legt den Fokus nicht nur auf Versorgungsmängel, sondern auch auf Strategien zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Frauen und Männern mit Behinderung. In Inputvorträgen und Workshops werden u.a. folgende Fragen aufgegriffen:

  • Lücke im Detail oder Fehler im System? Was behindert die Erreichbarkeit von Gesundheitsangeboten?
  • Geschlecht und Behinderung – (k)ein Thema in der Gesundheitsversorgung?
  • Es tut sich was: Wo steht das Gesundheitswesen in NRW in der Umsetzung der UN-BRK?

Angesprochen sind Mitarbeitende aus ambulanter und stationärer Gesundheitsversorgung, Forschung und Praxis der Behindertenhilfe und Rehabilitation, Aktivist_innen der Selbsthilfeorganisationen, Mitarbeitende aus Gewaltschutz  und -intervention, Psychotherapie und Psychiatrie sowie weitere interessierte Fachkräfte.

Nähere Informationen gibt es demnächst auf der Website des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW.

  • Rote Markierung im Kalender

Veranstalter

Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW