In diesem Text finden Sie die Zusammenfassung und das Resümee des Evaluationsberichts der G.I.B. [aus G.I.B.-Beiträge zur Arbeits- und Sozialpolitik 2026/05].
Befragungsergebnisse
Die Ergebnisse der Stakeholder-Befragung zeigen, dass die KSL einem sehr großen Teil von rund 93 Prozent der Befragten bekannt sind. Von den Befragten, denen die KSL bekannt gewesen sind, haben insgesamt 93,5 Prozent Angebote der KSL genutzt. Als Gründe der Nichtnutzung der
Angebote der KSL wurden am häufigsten eine unzureichende Kenntnis über die konkreten Unterstützungsmöglichkeiten, ein fehlender persönlicher Kontakt sowie begrenzte Kapazitäten seitens der Befragten genannt.
Die regionale Struktur der KSL spiegelt sich in den Arbeitszusammenhängen wider. 91 Prozent der Befragten griffen auf Angebote der KSL in ihren eigenen Regierungsbezirken zurück. Gleichzeitig zeigte sich aber auch eine überregionale Vernetzung: Mehr als ein Viertel der Befragten arbeitet mit einem KSL in einem anderen Regierungsbezirk zusammen, und ebenfalls mehr als ein Viertel nutzte Angebote des überregional tätigen KSL für Menschen mit Sinnesbehinderung.
Die Stakeholder nutzen insbesondere Publikationen, die Netzwerkarbeit und die Veranstaltungen der KSL. Beratungsleistungen und Schulungen wurden etwas weniger häufig genutzt, die Gremienarbeit, juristische Hilfe und Kampagnenarbeit am seltensten. Die Inanspruchnahme der Angebote fällt, je nach Stakeholder, unterschiedlich aus. In den Freitextantworten wurde besonders häufig die Bedeutung der Netzwerkarbeit betont, die überwiegend positiv hervorgehoben wurde.
Wunsch nach Newsletter der KSL.NRW bereits erfüllt
Mehrere Stakeholder äußerten den Wunsch, die bestehenden Angebote zu erweitern. Genannt wurde beispielsweise der Wunsch nach einem regelmäßigen Newsletter, dem in der Zwischenzeit seit Juni 2025 von den KSL nachgekommen wird. Darüber hinaus wünschten sich mehrere Befragte mehr Netzwerktreffen bzw. eine intensivere Vernetzung, weitere Broschüren, erweiterte Schulungsangebote sowie zusätzliche Angebote im juristischen Bereich.
Am häufigsten wurden die Themen der Persönlichen Assistenz bzw. des Persönlichen Budgets, der Barrierefreiheit sowie rechtliche Fragestellungen zusammen mit den KSL bearbeitet. In den Freitextantworten stellten die Befragten positiv die fachliche Kompetenz der KSL und ihr breites Themenspektrum heraus. Auch der Peer-Counseling-Ansatz wurde positiv hervorgehoben; kritische Rückmeldungen blieben Ausnahmefälle.
Hohe Angebotsqualität
Aus den Befragungsergebnissen lässt sich eine hohe Angebotsqualität ableiten. Jeweils eine deutliche Mehrheit der Befragten ist (sehr) zufrieden mit den jeweiligen Angeboten gewesen. Am geringsten fiel der Anteil (sehr) zufriedener Befragter mit rund 75 Prozent bei den „weiteren Angeboten“ aus, besonders viele Befragte waren hingegen mit der Beratung durch die KSL (sehr) zufrieden (rund 91,1 Prozent). Die Beratungen durch die KSL und die juristische Hilfe haben polarisiert und wiesen einen vergleichsweise erhöhten Anteil sehr unzufriedener Befragter von 6,9 Prozent (Beratung) bzw. 9,1 Prozent (juristische Hilfe) auf. „Insgesamt“ waren jedoch 96,2 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden mit der Arbeit der KSL.
Die Arbeit der KSL wurde von den Befragten mit jeweils einer deutlichen Mehrheit in allen untersuchten Bereichen als wirksam beurteilt: Die Angebote der KSL unterstützten bei der eigenen praktischen Arbeit (83,8 Prozent) und erweiterten das eigene fachliche Wissen (92,6 Prozent). Die vom KSL bereitgestellten Informationen seien gut anwendbar (91,2 Proeznt). Die Arbeit der KSL fördere die Vernetzung mit anderen Akteuren (85,1 Prozent) und trage dazu bei, dass die Inklusion von Menschen mit Behinderung im eigenen Arbeitsbereich gestärkt wird (86,2 Prozent).
Kommunale Inklusions- und Behindertenbeauftragte und -beiräte
Rund 15,6 % der kommunalen Inklusions- und Behindertenbeauftragten und -beiräte gaben an, die KSL nicht zu kennen. Dieser Anteilswert fällt damit deutlich höher aus als bei anderen Befragtengruppen. Etwa vier von fünf hatten in der jüngeren Vergangenheit Angebote der KSL genutzt, was anteilig etwas weniger ist als bei den anderen Stakeholdern. Würde berücksichtigt, dass einem vergleichsweise höheren Anteil dieser Stakeholder die KSL nicht bekannt (gewesen) sind, fiele der Anteil, der Angebote der KSL in Anspruch genommen hat, für diesen Stakeholder nochmals geringer aus. Auch lag die Rücklaufquote bei dieser Gruppe deutlich unter der Quote der anderen Gruppen. Besonders häufig wurden von den Angeboten der KSL die Publikationen (87,1 Prozent) und Veranstaltungen (53,2 Prozent) genutzt.
Im Vergleich zu anderen Akteuren griffen sie häufiger auf Angebote der Kampagnenarbeit (11,3 Prozent) bzw. insgesamt am zweithäufigsten auf Schulungen (37,1 Prozent) zurück, während Angebote im Bereich der Netzwerkarbeit seltener genutzt wurden (40,3 Prozent). Insgesamt bewerteten die Kommunalen Inklusions- und Behindertenbeauftragten und -beiräte die Arbeit der KSL und deren Wirkungen positiv. Ein Bereich, der als etwas weniger wirkungsvoll bewertet wurde, ist die Förderung der Vernetzung mit anderen Akteuren: Mit rund 70 Proeznt schätzten sie diesen Aspekt positiv ein. Insgesamt fällt die Wirkung der Arbeit der KSL mit einem Indexwert von 410 von 500 Punkten im Vergleich zu den anderen Befragtengruppen unterdurchschnittlich niedrig aus.
Akteure der Landschaftsverbände
Die KSL sind den meisten Befragten bei den Landschaftsverbänden bekannt gewesen (95,7 Prozent) und etwa 93,2 Proeznt hatten Angebote der KSL in Anspruch genommen. Besonders häufig haben die Akteure der Landschaftsverbände Publikationen (80,5 Prozent), Netzwerkarbeit (63,4 Prozent) und Veranstaltungen (63,4 Prozent) genutzt. Seltener wurden Beratungsdienstleistungen (26,8 Prozent), Schulungen (29,3 Prozent) oder Kampagnenarbeit (4,9 Prozent) genutzt. Die befragten Akteure der Landschaftsverbände zeigten sich insgesamt zufrieden mit den Dienstleistungen der KSL, bewerteten diese jedoch im Vergleich etwas kritischer. Die Wirkung der Arbeit der KSL wird von ihnen insgesamt positiv eingeschätzt, allerdings wurden die Wirkungen auf die Förderung der Inklusion sowie der Mehrwert für die eigene praktische Arbeit im Vergleich zu anderen Akteuren etwas schwächer bewertet. Ebenfalls fiel der Indexwert im Vergleich zu den anderen Stakeholdern mit 399 von 500 Punkten am schwächsten
aus. Den fachlichen Input der KSL schätzten hingegen nahezu alle Befragten.
EUTB
Die KSL sind allen Befragten der EUTB bekannt gewesen und alle Befragten haben in der jüngeren Vergangenheit mit den KSL zusammengearbeitet. Die EUTB haben besonders viele Angebotsformate der KSL genutzt, darunter insbesondere Publikationen (94,4 Prozent), Netzwerkarbeit (91,7 Prozent) und Veranstaltungen (68,1 Prozent). Die juristische Hilfe der KSL ist fast ausschließlich von den EUTB genutzt worden: 44,4 Prozent der Befragten bei den EUTB haben dieses Angebot in Anspruch genommen. Auch Beratungen (48,6 Prozent) und die Netzwerkarbeit (91,7 Prozent) wurden stark von den EUTB genutzt.
Die Befragten bei den EUTB sind äußerst zufrieden mit der Arbeit der KSL; es lagen keine negativen Bewertungen vor. Auch die Wirkungen der KSL-Arbeit wurden durchgehend in allen untersuchten Aspekten als sehr hoch eingeschätzt, der Indexwert fiel mit 467 von 500 Punkten bei dieser Stakeholdergruppe am höchsten aus.
Resümierend kann auf Grundlage der Befragungsergebnisse festgestellt werden, dass die KSL etabliert und gut vernetzt sind und ihre Fachlichkeit durch die befragten Stakeholder anerkannt und geschätzt wird. Potenziale zur Steigerung der Reichweite bestehen am ehesten bei den Kommunalen Inklusions- und Behindertenbeauftragten und -beiräten, da in dieser Stakeholdergruppe 15,6 Prozent der Befragten die KSL nicht kannten und einer von fünf Befragten in jüngerer Vergangenheit keine Angebote der KSL in Anspruch genommen hat – im Vergleich zu den übrigen Gruppen
sind das überdurchschnittlich viele. Die Qualität der Angebote stellt die Stakeholder zufrieden. Mit der hohen Qualität ihrer Angebote leisten die KSL zudem einen wirkungsvollen Beitrag für die befragten Stakeholder. Die Angebote bewirken bei den Stakeholder-Gruppen – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß – eine stärkere Vernetzung und eine Verbesserung der Inklusion im eigenen Arbeitsbereich. Zudem hat jede befragte Stakeholdergruppe den KSL zugeschrieben, ihr fachliches Wissen erweitert zu haben, dies ist nicht zuletzt auf die gut anwendbaren und praxisrelevan
ten Informationen zurückzuführen.
Wirkungsvolle Arbeit
Der Output der KSL, insbesondere hinsichtlich der Vernetzung, Reichweite und thematischen Vielfalt, sowie das Outcome [Anm. der Red.:Ergebnis] in Form der gemessenen Wirkungen erscheinen vor dem Hintergrund der Zahl der finanzierten Personalstellen außerordentlich hoch.
Wer ist die G.I.B.?
G.I.B. steht für Gestaltung, Innovation und Beratung in der Arbeits- und Sozialpolitik GmbH 2026. Die G.I.B. übernimmt vielfältige Aufgaben bei der Entwicklung und Umsetzung von Förderprogrammen, Initiativen und Modellprojekten. Die G.I.B. erstellt unter anderem Stellungnahmen und Gutachten, die im Zusammenhang mit der Beantragung öffentlicher Fördermittel erforderlich sind.
Über diesen Link gelangen Sie zum Bericht der G.I.B.